
Merkregel für die Erstmaßnahmen bei einem Gefahrguteinsatz der Feuerwehr:
G : Gefahr erkennen (eigene Wahrnehmung, Erkundung, Gefahrzettel, Warntafeln, Unfallmerkblätter, Beteiligte erfragen)
A : Absperrung durchführen (Absperrung schnellstmöglich beginnen und durchführen (möglichst noch während der Gefahrerkundung), Sicherheitszone (→ Sicherheitsabstände ) je nach Gefahrstoff festlegen, Absperrung den örtlichen und meteorologischen Gegebenheiten anpassen)
M : Menschenrettung (Schutz der Einsatzkräfte sichern (z.B. dicht geschlossene Einsatzbekleidung, Pressluftatmer), Zeit im Gefahrenbereich minimieren und registrieren, erforderlichenfalls lebenserhaltende Sofortmaßnahmen und → Erste Hilfe im Gefahrenbereich unter Beachtung des Eigenschutzes)
S : Spezialkräfte über Einsatzzentrale alarmieren (überörtliche Einsatzkräfte, Rettungsdienst, Polizei, andere Behörden wie Wasserschutzpolizei oder Landratsamt, → TUIS )
nach obenBauwerk, Haus; Beispiele: Fabrikgebäude, Wohngebäude:
Bedeutung: Es droht unmittelbar Gefahr (die Situation ist gefährlich). Es wäre gefährlich, nicht sofort zu handeln.
nach obenAuswahl: Atemgifte, atomare Strahlung, Angstreaktionen, z.B. von Verletzten, Ausbreitung der Gefahren, chemische Stoffe, Erkrankungen, Explosion, Elektrizität, Einsturz. Die Gefahren an der Einsatzstelle werden von den Einsatzkräften analysiert. Der Einsatzleiter leitet daraus Schlussfolgerungen ab für
Genaue Untersuchung einer Gefahrensituation, d.h. ihrer Einzelheiten. Dazu sind die Gefahren
1. zu analysieren, d.h. herauszufinden, undIst die Beseitigung einer Gefahr nicht möglich, muss die Gefahr kompensiert (d.h. ausgeglichen) werden, z.B. durch Nutzung der persönlichen Schutzausrüstung (PSA).
nach obenZonen besonderer Gefährdung für Menschen, Tiere, Sachwerte und Umwelt nach Explosionsschutzrichtlinien (Tabelle).
| Gefahrenbereiche (Zonen) | Beispiele |
| Zone 0 | Das Innere von Behältern und Rohren, Tanks |
| Zone 1 | Die nähere Umgebung von Füllstellen, Bereiche um Tanks und um Füllstellen, Zapfsäulen |
| Zone 2 | Umgebung von Entleerstellen |
Einteilung von Bereichen bei Strahlenschutzeinsätzen nach dem Grad ihrer radioaktiven Gefährdung. GG sind erforderlich, wenn die → Aktivität des radioaktiven Stoffs größer ist als die → Freigrenze . Man unterscheidet drei Gefahrengruppen:
Merkmale (kennzeichnende Eigenschaften) von → Gefahrstoffen; Beispiele: entzündlich, explosiv, giftig, radioaktiv.
nach obenUmfassender Begriff für Stoffe oder Gegenstände, von denen beim Transport Gefahren für die öffentliche Ordnung und Sicherheit, für wichtige Gemeingüter, für Leben und Gesundheit von Mensch und Tier sowie für andere Sachen ausgehen können.
nach obenEinteilung der gefährlichen Güter in 13 Klassen (nach → ADR ). Die Klasseneinteilung bildet die Grundlage für die → Gefahrnummern.
| Gefahrgutklasse | Bezeichnung |
| 1 2 3 4.1 4.2 4.3 5.1 5.2 6.1 6.2 7 8 9 | explosive Stoffe und Gegenstände entzündbare Gase flüssige Stoffe entzündbare feste Stoffe selbstentzündliche Stoffe Stoffe, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickeln entzündend wirkende Stoffe organische Peroxide giftige Stoffe ansteckungsgefährliche Stoffe radioaktive Stoffe ätzende Stoffe verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände |
Regeln die Beförderung gefährlicher Güter nach der Art des Verkehrsmittels (Straße, Eisenbahn, Binnenschifffahrt, Seeschifffahrt und Flugverkehr).
nach oben"Verordnung (national) über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter mit Schiffen". Den internationalen Binnenschifffahrtsverkehr regelt die ADNR (Internationale Ordnung für die Beförderung gefährlicher Güter mit Binnenschiffen auf dem Rhein).
nach oben"Verordnung (national) über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf Straßen". Die GGVS ist die Rechtsgrundlage für den Transport von Gefahrgütern in Deutschland. Bei Grenzüberschreitung gilt das ADR (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße.
nach obenDen Transport gefährlicher Güter mit Flugzeugen regelt die IATA-DGR (Vorschriften über die Beförderung gefährlicher Güter im Luftverkehr des Internationalen Luftverkehrsverbands, IATA).
nach oben"Verordnung (national) über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter mit Eisenbahnen". Den internationalen Eisenbahnverkehr regelt das RID (Internationale Ordnung für die Beförderung gefährlicher Güter mit der Eisenbahn).
nach oben"Verordnung (international) über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf See." Den internationalen Seeverkehr regelt der IMGD-Code (Internationale Ordnung für die Beförderung gefährlicher Güter im Seeverkehr).
nach obenEinteilung der brennbaren Flüssigkeiten in vier Klassen:
| Gefahrklasse | Flammpunkt | Mischbarkeit mit Wasser und Beispiel |
| A I | unter 21°C | nicht mischbar; Äther |
| A II | 21 bis 55 °C | nicht mischbar; Petroleum |
| A III | 55 bis 100 °C | nicht mischbar; Heizöl |
| B | unter 21°C | mischbar, z. B. Spiritus |
Früher "Kemler-Zahl" genannt; vollständige Bezeichnung: "Nummer zur Kennzeichnung der Gefahr"; sie besteht aus zwei oder drei Ziffern oder aus drei Ziffern und dem Buchstaben X davor. Beispiele:
Die Gefahrnummer steht in der oberen Hälfte der → Warntafel. Mit diesen Zahlen bzw. Zahlenkombinationen wird die vom Gefahrgut ausgehende Gefahr gekennzeichnet.
nach obenStoffe und Zubereitungen, die gefährliche Eigenschaften besitzen und am Arbeitsplatz verwendet werden (im Gegensatz zu Gefahrstoffen im Transport, also in Behältnissen; → Gefahrgut ). Gefahrstoffe besitzen bestimmte Gefahrenmerkmale, z.B. entzündlich, explosiv, giftig, radioaktiv. Den Umgang mit Gefahrstoffen regelt die → Gefahrstoffverordnung (GefStoffVO).
nach obenErstmaßnahmen am Einsatzort eines Feuerwehreinsatzes, z.B. bei einem Gefahrgutunfall. Wichtigste Maßnahmen siehe → GAMS-Regel.
nach obenEin → Informationssystem über Gefahrstoffe und erforderliche Abwehrmaßnahmen mit Sitz in Berlin; die GSA ist online erreichbar.
nach obenVerordnung für Umgang und Handhabung von → Gefahrstoffen.
nach obenSchriftstück zur zusätzlichen Kennzeichnung (neben der → Warntafel ) von gefährlichen Stoffen; Gefahrzettel werden angebracht an Straßen- und Schienenfahrzeugen, Binnenschiffen sowie bei Versandstücken auf der Verpackungsaußenseite. Auf dem Gefahrzettel stehen Symbole (als Piktogramme) sowie Zahlen und Worte. Daraus kann man Angaben über die jeweiligen gefährlichen Stoffe ableiten; Beispiele:
Eine → Verkehrsart , bei der gleichzeitig gesendet und empfangen werden kann:
Aggregat aus zwei oder mehr chemisch verschiedener Substanzen, bei deren Bildung keine chemischen Reaktionen und auch keine Wärmevorgänge auftreten; Beispiele von Gemischen: Öl/Benzin, Wasser/Alkohol.
nach obenHöhenunterschied in m zwischen Pumpenmitte und saugseitigem Wasserspiegel (DIN 14420-1; Formelzeichen Hs geo). Bei Überschreitung der geodätischen Saughöhe reißt der Förderstrom zur Pumpe ab. Die höchste geodätische Saughöhe beträgt 10,33 m.
nach oben<font size=2>1. Schutzkleidung für den A-Trupp
2. Löschgerät für den A-Trupp
3. Schläuche, Armaturen und Zubehör (Wasserabgabe, Wasserfortleitung, Wasserentnahme)
4. Rettungsgerät
5. Sanitäts- und Wiederbelebungsgerät für den A-Trupp
6. Beleuchtungs-, Sicherungs- und Signalgerät
7. Arbeitsgerät
8. Handwerkszeug und Messgerät
9. Sondergerät
Nach GUV 67.13 (Gemeindeunfallversicherung; Unfallverhütungsvorschrift Feuerwehr) sind für Ausrüstungen und Geräte der Feuerwehr regelmäßige Prüfungen vorgeschrieben. Die GUV 67.13 regelt dafür Art, Zeitpunkt und Umfang dieser Prüfungen. Macht die GUV 67.13 zu einem Gerät keine Angaben, so lassen sich die entsprechenden Daten aus den Bedienungsanleitungen der Hersteller entnehmen. Die Prüfungen führt der → Gerätewart durch.
nach obenZur Absicherung der Einsatzstellen auf Straßen erforderliche Ausrüstung; Beispiele: Blitzleuchten, Verkehrsleitkegel, Verkehrszeichen, Schilderständer, Warnwesten.
nach obenEin → Feuerwehrfahrzeug nach DIN 14555-1 bzw. DIN EN 1846-1 mit Schwerpunkt Bereitstellung von Geräten, insbesondere für → Technische Hilfeleistungen . Besatzung: Trupp; Beispiele für GW:
Aufgabe: Wartung und Pflege und Prüfung aller Geräte (ausgenommen Atemschutzgeräte; → Atemschutzgerätewart ). Gerätewarte sind außerdem mindestens → Maschinist und → Truppführer. Ihre Ausbildung erfolgt z.B. an den Landesfeuerwehrschulen.
nach obenAm → Feuerwehrhelm angebrachte, durchsichtige Sichtscheibe zum Schutz vor z.B. → Funken beim Trennschleifen.
nach obenAbkürzung für: Gefahrengruppe bei Strahlenschutzeinsätzen; → Gefahrengruppe der Feuerwehr.
nach obennennt man das Verbrennen von festen Stoffen ohne Flammenerscheinung, aber mit Lichtausstrahlung aus der Verbrennungszone.
nach obenDie niedrigste Oberflächentemperatur einer frei liegenden erwärmten Fläche, bei der darauf abgelagerter Staub zur Entzündung kommt; Beispiele: Braunkohle 245 °C, Mehlstaub 300 °C, Holzstaub bis 340 °C. Die Glimmtemperatur darf nicht verwechselt werden mit der → Zündtemperatur .
nach obenEin (Reaktion unter Freiwerden von Wärme) reagierender fester Stoff mit sichtbarer Wärmestrahlung.
nach obenEin → Rettungsfahrzeug zum Transport und zur Behandlung mehrerer Verletzter, meist 10 bis 20 Personen.
nach obenEin → Notfall im Rettungsdienst mit einer größeren Anzahl von → Verletzten , → Erkrankten oder anderen Geschädigten und Betroffenen mit Versorgungserfordernissen oberhalb der regulären Vorhaltung (DIN 13050); Beispiel: nach einem Eisenbahnunfall.
nach obenEine Einheit zur selbstständigen Durchführung bestimmter Einsatzaufgaben, z.B. zur Brandbekämpfung oder zum Retten eines Unfallopfers; → Führungstrupp . Die Mannschaft einer Gruppe besteht aus einem → Gruppenführer , Maschinist, Melder und je drei Truppführer/-männer.
nach obenEr ist verantwortlich für den Einsatz einer → Gruppe (DIN 14011-9). Er ist im Einsatz an keinen Platz gebunden. Die Ausbildung zum Gruppenführer wird lehrgangsmäßig an Feuerwehrschulen durchgeführt (mindestens 70 Stunden). Dort wird der GF auch zum Ausbilder, z.B. zum Durchführen von Diensten in der Feuerwehr, vorbereitet.
nach obenAbgedeckter Schacht, der in die Fahrbahndecke eingelassen ist und durch den Regen- oder Schmutzwasser abfließen kann. Im Gefahrstoffeinsatz muss der Gully abgedichtet werden, damit keine gefährlichen Stoffe, auch kontaminiertes Löschwasser, in die Kanalisation gelangen kann.
nach obenEin pneumatisches Leckdichtgerät aus Kunstkautschuk zum Abschluss von → Gullys . Das Gerät dichtet Gullys und Schächte von 30 bis 50 mm Durchmesser ab; der Betriebsdruck beträgt je nach Hersteller bis 8 bar. Das Gullydichtkissen wird mithilfe eines Druckgases, z.B. Druckluft aus Druckluftflaschen, gefüllt.
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